KÄTHE KRUSE – Puppe 60

Puppe I – Bärbel

Gemalter fest angenähter Kopf mit fein gemalten dunkelbraunen Haaren, schmaler, gestopfter Körper, extra angenähte Daumen. Weinrotes Musselinkleid mit hellem Blumenmuster, gehäkelter Bolero und gehäkelte Mütze, weiße Strümpfe und gehäkelter Schuh

Abgebildet bei Dahl, S. 39

  • Dimensionen: ca. 42cm
  • Herstellungsjahr: 1918 – 1920
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Zustand der Puppe

Die Bemalung verm. original und gut erhalten, geringe Farbverluste im gemalten Haar über der Stirn, Das Kleid ist brüchig, Fehlstellen wurden mit weißer Aufbügel-Vlieseline unterlegt. Ein Schuh fehlt

Ausführliche Beschreibung

Puppe I „Bärbel“ (1918–1920) besitzt einen gemalten, fest angenähten Stoffkopf mit fein gemalten dunkelbraunen Haaren, die sorgfältig konturiert sind und dem Gesicht eine ruhige, ernsthafte und zugleich kindliche Ausstrahlung verleihen. Die zurückhaltende Gesichtsbemalung entspricht dem frühen Stil dieser Jahre und betont den natürlichen, unverstellten Ausdruck der Figur.

Der Körper ist schmal geschnitten und aus Stoff weich gestopft, was auf eine frühe Übergangsform innerhalb der Puppe-I-Reihe hinweist. Die Silhouette wirkt dadurch etwas schlanker als bei den ganz frühen Modellen mit sehr breiten Hüften. Die Hände sind mit extra angenähten Daumen gearbeitet, ein deutliches Kennzeichen der handwerklich anspruchsvollen frühen Käthe-Kruse-Fertigung.

Bärbel trägt ein weinrotes Musselinkleid, dessen feiner Stoff mit einem hellen Blumenmuster bedruckt ist. Die Kombination aus dem dunkleren Grundton und den zarten floralen Motiven verleiht dem Kleid eine warme, elegante Wirkung und ist für die Zeit um den Ersten Weltkrieg typisch. Der lockere Fall des Musselins unterstreicht den schlichten, kindlichen Charakter der Figur.

Ergänzt wird die Kleidung durch einen gehäkelten Bolero sowie eine gehäkelte Mütze, die dem Ensemble eine handwerklich geprägte, beinahe häusliche Note verleihen. Die Häkelarbeit bildet einen reizvollen Kontrast zum feinen Musselinstoff des Kleides und betont die textile Vielfalt der Ausstattung.

Dazu trägt die Puppe weiße Strümpfe und gehäkelte Schuhe, die das Erscheinungsbild weich und geschlossen abrunden und den handgearbeiteten Charakter der Kleidung konsequent fortführen.

Diese Ausführung der Puppe I „Bärbel“ ist bei Dahl auf Seite 39 abgebildet und zählt zu den gut dokumentierten frühen Modellen der Jahre 1918 bis 1920. Sie steht exemplarisch für die Verbindung aus schlichter Körperform, fein bemaltem Stoffkopf und einer liebevoll gestalteten, textil anspruchsvollen Kleidung dieser frühen Käthe-Kruse-Phase.

GPSR

Käthe Kruse Manufaktur GmbH Alte Augsburger Str. 9 86609 Donauwörth – Deutschland kaethe@kaethe-kruse.de