
KÄTHE KRUSE – Puppe 57
Puppe I – Seppl
Gemalter Kopf mit hellblonden fein gemalten Haaren, Strahleniris, gestopfter Körper aus Nessel mit breiten Hüften mit extra angenähten Daumen, Trachtenkleidung aus grüner kurzer Leinenhose mit Stickerei auf dem Latz und auf dem Hosenträger, darunter ein weißes Hemd. Darüber eine Jacke aus weißem Molton mit grüner Auszier Seppelhut mit Gamsbart, braune Strümpfe und braune Schuhe
Abgebildet in Dahl, S. 37
- Dimensionen: ca. 43cm
- Herstellungsjahr: 1915 – 1916
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Zustand der Puppe
Bemalung wohl original, Nase leicht eingedrückt Nesselkörper mit kleinen Löchern, verschlissene Stellen
Ausführliche Beschreibung
Puppe I „Seppl“ (1915–1916) besitzt einen bemalten Stoffkopf mit hellblonden, fein gemalten Haaren, die sauber konturiert sind und dem Kopf eine klare, kindliche Wirkung verleihen. Die Augen sind mit Strahleniris ausgeführt und geben der Puppe einen wachen, zugleich ruhigen Ausdruck, wie er für frühe Käthe-Kruse-Puppen dieser Zeit typisch ist. Der Kopf ist fest mit dem Körper verbunden und zeigt die schlichte, handwerklich geprägte Ausführung der Vorkriegs- und Kriegsjahre.
Der Körper besteht aus gestopftem Nessel und weist die charakteristischen breiten Hüften der frühen Puppe-I-Modelle auf. Die Hände sind mit extra angenähten Daumen gearbeitet, ein wichtiges konstruktives Merkmal dieser frühen Phase, das die handwerkliche Qualität und den ursprünglichen Charakter der Figur unterstreicht.
Seppl trägt eine vollständige Trachtenkleidung, die ihn eindeutig als Figurenmotiv aus dem süddeutsch-alpenländischen Raum kennzeichnet. Die kurze grüne Leinenhose ist sorgfältig gearbeitet und zeigt Stickereien auf dem Latz sowie auf den Hosenträgern, die dem Kleidungsstück Struktur und dekorativen Ausdruck verleihen. Darunter trägt die Puppe ein weißes Hemd, schlicht und klar gehalten, das als ruhiger Hintergrund für die reicheren Trachtendetails dient.
Über dem Hemd liegt eine Jacke aus weißem Molton, deren weiches Material einen deutlichen Kontrast zur Leinenhose bildet. Die Jacke ist mit grüner Auszier versehen, die farblich auf die Hose abgestimmt ist und das Trachtenensemble harmonisch zusammenbindet.
Als Kopfbedeckung trägt Seppl einen Seppelhut mit Gamsbart, ein markantes und charakterbildendes Detail, das den volkstümlichen Charakter der Figur besonders betont. Ergänzt wird die Ausstattung durch braune Strümpfe und braune Schuhe, die das Erscheinungsbild stimmig abrunden und die erdige Farbpalette der Tracht fortführen.
Diese Ausführung von Puppe I „Seppl“ ist bei Dahl auf Seite 37 abgebildet und zählt zu den klassischen, gut dokumentierten Trachtenpuppen der frühen Käthe-Kruse-Zeit. Sie steht exemplarisch für die Verbindung aus schlichter Körperform, fein bemaltem Stoffkopf und sorgfältig gestalteter regionaler Trachtenkleidung, wie sie für die Jahre 1915–1916 charakteristisch ist.
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